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August 15, 2013

Im Gespräch mit Ueli Graf

Gemeindepräsident Rehetobel

Rehetobel gehört zu den direkt versorgten Gemeinden der SAK. Bereits ist in Rehetobel mit der Erschliessung der Glasfaser begonnen worden. Und schon bald können die Einwohner von Rehetobel über das ultraschnelle Glasfasernetz verfügen.

1. Welches war Ihr Traumberuf?
Während meiner Sekundarschulzeit liebäugelte ich zuerst damit, später einmal Architekt zu werden. Doch so lange wollte ich die Schulbank nun doch nicht drücken und schon bald faszinierte mich der Gedanke, “Gmäändschriiber” zu werden.

2. Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt?
Nicht alles, was im Moment wichtig scheint und deshalb gepaukt werden muss, ist auch wirklich wichtig fürs Leben. Doch was sein muss, muss dann halt eben sein.

3. Wer hat Sie am meisten gefördert?
Mein familiäres Umfeld war und ist auch gegenwärtig mein grösster Förderer.

4. Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Die Mannigfaltigkeit der Aufgabenstellungen!

5. Was war Ihr grösster beruflicher Erfolg?
Das Vertrauen der Rechtobler Bevölkerung anlässlich meiner Wahl 1991 als Gemeindeschreiber und 2007 als Gemeindepräsident zu spüren, zählt sicherlich dazu.

6. Welches sind die wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?
Ich bin wohl immer auch noch etwas auf der Suche danach. Vielleicht die Balance zu finden zwischen Exaktheit und dem Mut zur Lücke? Oder schlicht das Glück zu haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, die richtigen Entscheide zu treffen?

7. Was tun Sie für Ihre Work-Life-Balance?
Heute mehr als in den vergangenen Jahren…

8. Ihre grösste Tugend?
Ich bin ein sehr treuer und gewissenhafter Mensch.

9. Welches persönliche Ziel möchten Sie noch erreichen?
Persönlich Ziele gibt es noch viele, alle zu verraten, ist heikel. Gleitschirmpilot zu werden, zählt auch dazu.

10.  Welche gesellschaftlichen Themen sind aus Ihrer Sicht aktuell wichtig und welche Herausforderungen und Lösungsansätze sehen Sie darin?
Der Umgang mit individuellen Bedürfnissen im Kontext zum Gemeinwohl, welches leider mehr und mehr ins zweite Glied gerückt wird. Geben wir dem Gemeinwohl etwas Bonus und zeigen Kulanz, anstelle stets jedes erdenklich Rechts- und Verhinderungsmittel zu beanspruchen, zeigen wir Vertrauen oder noch besser, übernehmen wir Verantwortung und stellen uns in politischen Ämtern zur Verfügung. Auch das kann ein Teil der persönlichen Work-Life-Balance sein.

Herr Graf, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Als viertes Kind wurde ich 1960 in eine Bauersfamilie auf der Tanne in Wald AR geboren. Im sogenannten “Panama-Hof” lernte ich schon früh, was es heisst, zu arbeiten mit Menschen, mit Tieren, mit Maschinen und dabei die Natur zu erleben. Im nahen “Rechtobel” durfte ich eine Verwaltungslehre absolvieren, übernahm 1981 das Gemeindekassier- und Steueramt, 1992 das Gemeindeschreiberamt und seit 2007 bin ich nun Gemeindepräsident in Rehetobel.

Zusammen mit meiner Ehefrau, Gabi, habe ich vier Kinder. Zwei sind schon flügge und die beiden “Kleinen” stehen an Anfang von Berufslehre und Kanti.
Seit Frühjahr 1976 stehe ich nun schon in den Diensten der Gemeinde Rehetobel. Seit 2007 zwar nur noch halbamtlich, was mir ermöglichte, bis vor kurzem auch in der Privatwirtschaft als Buchhalter und Personaladministrator tätig zu sein. Gegenwärtig bin ich auf der Suche nach einer zweiten Beschäftigung, welche die Work-Balance zum halbamtlichen Gemeindepräsidium herzustellen vermag und erträgt. Da isch aber gär nüüd so efach!

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