Artikel

May 01, 2013

Im Gespräch mit Roland Brändli

Gemeindepräsident Steinach

Am 26. März 2013 hat die Bürgerversammlung von Steinach dem Gutachten für das Glasfasernetz zugestimmt. Steinach baut nun  in den nächsten Jahren zusammen mit der SAK ein ultraschnelles Glasfasernetz auf.

1. Welches war Ihr Traumberuf?
Als Kind wollte ich Bauer werden, da mein Grossvater als Bauer auch jedes Jahr noch auf die Alp ging. Später dann Pilot, was ich zu meiner grossen Freude im Militär auch werden durfte. Heute gefällt mir der Beruf des Gemeindepräsidenten sehr gut.

2. Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt?
Sie hat mich gelehrt auf Prüfungen und Abgabetermin hin zu arbeiten. In der Mittelschule war es der Zusammenhalt in der Klasse, den ich kennenlernte, und im Studium das ganzheitliche und vernetzte Denken.

3. Wer hat Sie am meisten gefördert?
Mein Dozent und Vorgesetzter an der ETH. Er hatte ein ausgeprägtes Gespür für die richtige Pädagogik. Aber auch mein späterer Chef, der Schulratspräsident von Wattwil, welcher seine Mitarbeiter immer sehr unterstützte. Und natürlich meine Eltern, die mir Freiheit und Schranken aufzeigten.

4. Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Sie ist sehr vielschichtig, spannend und intensiv. Viele verschiedene Themengebiete fordern heraus. Angefangen bei der Sozialhilfe, über Liegenschaften, bauliche Dorfentwicklung und Stromversorgung bis hin zu Jugendarbeit und Altersbetreuung. Komplexe Fragestellungen müssen möglichst ganzheitlich, intelligent und kostenbewusst gelöst werden, damit die Gemeinde eine optimale Entwicklung erzielen kann. Dabei steht der Gemeindepräsident in einem interessanten Wechselspiel zwischen Bürgerkontakten, Verwaltungsführung und Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat.

5. Was war Ihr grösster beruflicher Erfolg?
Für mich ist nicht unbedingt Erfolg der entscheidende Aspekt. Es sind eher Momente, die mich mit sehr viel Freude und Zufriedenheit erfüllen. Solche Momente erlebte ich bei meinem ersten Soloflug als Militärpilot, der Diplomfeier im Sportstudium an der ETH als Teilnehmer und OK-Präsident, der Wiederwahl zum Gemeindepräsidenten in Steinach und privat an meiner Hochzeit mit Petra.

6. Welches sind die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?
Man muss von etwas überzeugt sein und mit Umsicht den eigenen Weg wählen. Das beinhaltet, das richtige Ziel zu bestimmen, es im Auge behalten, die wichtigen Informationen einbeziehen und mit Ausdauer dran bleiben, bis es erreicht ist.

7. Welche Person ist für Sie ein persönliches Vorbild?
Obama als charismatischer Präsident, und Giulia Steingruber als junge Kunstturneuropameisterin. Obama, weil er den schwierigsten Job der Welt trotz aller Widrigkeiten und Machtspielen richtig zu machen versucht. Gulia Steingruber, weil sie ein grosses Talent ist und unter hohem Druck die richtigen Bewegungsabläufe abrufen kann. Sie vereint für mich Eleganz, Sportlichkeit, Lebensfreude und Perfektion.

8. Was tun Sie für Ihre Work-Life-Balance?
Für mich ist es wichtig, dass Anspannungsphasen durch erholende und kraftspendende Phasen ausgeglichen werden. Kraft geben mir meine Frau, Kinofilme sowie Sport und Reisen in andere Länder unserer Welt.

9. Ihre grösste Tugend?
Das sollten vielleicht besser andere beurteilen. Ich kann einfach sagen, was mir wichtig ist: ich möchte ganzheitliche Lösungen finden und gesetzte Ziele erreichen.

10. Welches persönliche Ziel möchten Sie noch erreichen?
Persönlich möchte ich wieder in die Akrobatikfliegerei einsteigen und endlich wieder einmal einen Looping fliegen. Beruflich steht für mich  die Dorfplanung im Fokus: Steinach weiter und ästhetisch möglichst passend zu entwickeln. Ausserdem sollen die laufenden, wichtigen Projekte wie Energiestadt, Glasfaserausbau, Hochwasserschutz und Erweiterung Gartenhof kostenbewusst und wirksam umgesetzt werden.

11. Welche gesellschaftlichen Themen sind aus Ihrer Sicht aktuell die wichtigsten und welche Herausforderungen und Lösungsansätze sehen Sie darin?
Für Steinach und als Dorf ist es ein Anliegen, dass die Vereinsstruktur so weiter gelebt wird. Vereine sind immer noch der wichtigste soziale Bereich. Die vielen Dorfanlässe tragen zum guten Austausch sehr viel bei. Sie sollen geschätzt und unterstützt werden, wo es möglich ist. Zahlreiche Gewerbebetriebe stellen wertvolle Arbeitsplätze zur Verfügung, damit es sich in unserer Region gut wohnen und leben lässt. Die eigene Wertschöpfung ist für die Region essentiell. Sie ist z.B. bei der Energiewende eine Chance, wenn nicht Öl aus Arabien oder Gas aus Russland verwendet wird, sondern Holz von einheimischen Wäldern oder Strom von unseren Dächern kommt.

Herr Brändli, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Roland Brändli ist in Wattwil geboren und in Heiterswil, einem ländlichen Weiler ausserhalb von Wattwil, aufgewachsen. Er besuchte die Schule bis zur Maturität in Wattwil und absolvierte an der ETH Zürich das Studium zum Turn- und Sportlehrer. Seine Hobbies sind entsprechend sportlicher Natur zum Beispiel Skifahren, Basketball und Geräteturnen. Er engagierte sich im J+S und im Schweizerischen Turnverband. Auch Fliegen gehört zu seinen Interessen. Roland Brändli wurde im Militär zum Jetpiloten ausgebildet und gehörte 4 Jahre einer Miliz-Militärflugstaffel an. Seine berufliche Tätigkeit fokussierte er vor allem auf den Sportunterricht an diversen Schulen. Er  war Assistenzlehrbeauftragter an der ETH und bildete sich berufsbegleitend an der Uni Zürich zum Allgemeinbildungslehrer für Berufsschulen in den Basisfächern  Recht und Wirtschaft aus. Roland Brändli ist verheiratet und seit 1. Oktober 2007 Gemeindepräsident von Steinach.

Women Profile