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February 06, 2014

Im Gespräch mit Ernst Koller

Gemeindepräsident Gais

Ernst Koller wurde am 9. August 1961 in Gais geboren. Er wuchs in Gais auf und besuchte dort die Primar- sowie Sekundarschule, bevor er die Ausbildung zum Landwirt in Sennwald SG und Kornbühl SG absolvierte. Nach dem Militärdienst übte Ernst Koller verschiedene Tätigkeiten in der Baubranche aus. 1988 konnte er den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb in Gais übernehmen. 2003 wählte ihn das Stimmvolk in den Gemeinderat, ehe er bereits ein Jahr später das Präsidium übernahm. Ernst Koller ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern und zwei Söhnen. Seit einem Jahr kann Ernst Koller seine Erfahrungen auch als Verwaltungsratsmitglied der Raiffeisenbank Appenzell einbringen.

1. Welches war Ihr Traumberuf?
Mein Traumberuf war schon von klein auf Landwirt. Ich bin auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb aufgewachsen, daher war es für mich schon früh klar, dass ich in die Fussstapfen meines Vaters treten und den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb übernehmen möchte. Die Freiheiten und Selbständigkeit als Landwirt sowie der Umgang mit Tieren und der Natur sind für mich sehr bereichernd.

2. Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt?
Zu meiner Schulzeit gab es noch grosse Klassen. Da liegt es auf der Hand, dass man im Bereich der Sozialkompetenz viel mitbekommt. Ebenso lernt man sich durchzusetzen, für andere einzustehen und gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden.

3. Wer hat Sie am meisten gefördert?
Dies ist nicht einfach mit einer Person zu betiteln. Sicher gab es Lehrkräfte, von denen ich einiges mit auf den Lebensweg mitbekommen habe. Ganz wesentlich wurde ich von meinen Eltern und Geschwistern geprägt. Leben bedeutet stetes Lernen. Daher gibt es in jeder Lebensphase etwas Neues aufzunehmen. Damit ich dieses interessante Amt überhaupt ausführen kann, bin ich stark auf die Unterstützung meiner Familie und im Speziellen auf das Verständnis meiner Frau angewiesen.

4. Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Die Vielseitigkeit dieses Amtes ist spannend. Ebenso erfreuen mich die verschiedenen und abwechslungsreichen Kontakte mit den Bürgerinnen und Bürger immer wieder aufs Neue.

5. Was war Ihr grösster beruflicher Erfolg?
Auf einen Erfolg abzustützen ist nicht mein Ding. Vielmehr möchte ich jeden Tag und die anfallenden Momente mit Freude und Zuversicht angehen. Das ganze Leben bietet bekanntlich bessere und schlechtere Augenblicke. Situationen mit schlechten Vorzeichen anzupacken und daraus das Optimale zu machen ist für mich persönlich ein wesentlicher Erfolg.

6. Welches sind die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?
Der Erfolg im Leben hängt von vielen Faktoren zusammen. Daher ist es für mich kaum möglich, nur deren drei Faktoren zu nennen. Als ganz wesentlich erachte ich Eigenschaften wie  Ehrlichkeit, Bodenständigkeit, Beharrlichkeit, Offenheit und Umsichtigkeit.

7. Welche Person ist für Sie ein persönliches Vorbild?
Dies ist kaum zu beantworten. Gerade als Gemeindepräsident erlebt man sehr viele und unterschiedliche Situationen. Dabei staunt man oft, wie betroffene Personen mit ausserordentlichen Situationen umzugehen wissen und diese bravourös meistern.

8. Was tun Sie für Ihre Work-Life-Balance?
Die Familie wie auch der Kollegenkreis haben für mich einen sehr grossen Stellenwert. Ein landwirtschaftlicher Betrieb, die Natur und auch die Familie geben mir den nötigen Ausgleich zur ganzen politischen Tätigkeit. Im Gegenzug stellen für mich die vielfältigen Aufgaben und die Verantwortung als Gemeindepräsident auch eine Abwechslung zum Alltag dar. Jede Person muss darauf achten, dass sie einen Ausgleich hat und bei gegebener Zeit, sich zurückziehen und abschalten kann.

9. Welche gesellschaftlichen Themen sind aus Ihrer Sicht wichtig und welche Herausforderungen und Lösungsansätze sehen Sie darin?
Ein gesundes Mass finden, damit sich eine Gemeinde weiterentwickeln und dabei die Natur soweit möglich trotzdem intakt bleiben kann. Für die Gemeinde Gais wünsche ich, dass sie sich moderat weiterentwickeln kann. Dabei denke ich auch, dass die ländlichen Gebiete an die modernen und heutigen Kommunikationsstrukturen eingebunden werden müssen.

10. Welches persönliche Ziel möchten Sie noch erreichen?
Ich möchte die Erwartungen, welche die Familie und auch die Bürgerinnen und Bürger in mich setzen, weiterhin so gut wie es geht, erfüllen. Etwas vom Wichtigsten ist jedoch immer noch „gsond bliibe“.

Herr Koller, wir danken Ihnen für dieses Interview.

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